Drei Makler, drei „Gratis-Schätzungen", vier verschiedene Ergebnisse – wer in Wien eine Wohnung verkaufen will, kennt dieses Phänomen. Woran das liegt, wie ein belastbarer Wert tatsächlich entsteht und warum dieser Wert Ihre Untergrenze ist, nicht Ihr Verkaufspreis, lesen Sie hier.
Der Wert einer Wiener Wohnung entsteht aus echten Vergleichsabschlüssen, Lage, Zustand, Stock, Ausrichtung und der rechtlichen Situation – nicht aus Portal-Durchschnittspreisen. Eine seriöse Bewertung ist schriftlich, nachvollziehbar begründet und unterscheidet drei Zahlen: Verkehrswert (die Basis), Angebotspreis (die Strategie) und Verkaufspreis (das Ergebnis). Letzterer liegt bei guter Vermarktung regelmäßig über der Basis.
Das Muster ist immer dasselbe: Ein Makler nennt eine erstaunlich hohe Zahl – und hofft auf Ihre Unterschrift. Der zweite nennt eine niedrige – und hofft auf einen schnellen Abschluss. Der dritte hat den Portal-Durchschnitt des Bezirks durch Ihre Quadratmeter dividiert. Alle drei nennen es „Bewertung". Keiner hat bewertet.
Der Unterschied liegt im Interesse: Eine Zahl, die Ihnen gefallen soll, ist Akquise. Eine Zahl, die dem Makler die Arbeit erleichtert, ist Bequemlichkeit. Eine Bewertung ist erst dann eine, wenn sie begründet ist – schriftlich, mit Vergleichsdaten, nachvollziehbar für Sie und notfalls auch für ein Finanzamt oder eine Erbengemeinschaft.
Mein Zugang dazu ist unspektakulär: Ich kalkuliere Immobilien seit 15 Jahren – als Makler und Bauträger – und ich rechne lieber eine Stunde länger, als Ihnen eine Stunde lang etwas vorzuschwärmen. In Wien sagt man dazu: Zahlen statt Zuckerl.
Der Quadratmeterpreis des Bezirks ist nur der Anfang. Innerhalb desselben Hauses können zwei gleich große Wohnungen um 25 % auseinanderliegen. Entscheidend sind:
Genau deshalb liegen Portal-Schnellrechner oft ±20 % daneben. Bei einer Wohnung um 800.000 Euro sind das 160.000 Euro Unschärfe – ein Betrag, für den man in Wien früher eine ganze Garçonnière bekommen hat.
Die häufigste Verwirrung beim Verkauf entsteht, weil drei verschiedene Zahlen denselben Namen tragen – „der Preis". Dabei haben sie drei völlig unterschiedliche Aufgaben:
ist das rechnerische Fundament: was der Markt für Ihre Wohnung nachweislich trägt. Er ist Ihre verlässliche Untergrenze – die Zahl, unter der wir gar nicht erst zu reden anfangen.
ist Strategie: so gesetzt, dass er die richtigen Interessenten anzieht und Wettbewerb erzeugt. Zu hoch, und die Wohnung „verbrennt" am Markt; zu niedrig, und Sie verschenken Spielraum. Mehr dazu im Artikel über den Angebotspreis →
ist das Ergebnis: Er entsteht am Verhandlungstisch, wenn mehrere geprüfte Interessenten gleichzeitig wollen. Bei guter Vermarktung liegt er regelmäßig über dem Verkehrswert – der Wert ist die Basis, kein Deckel.
Neugierig, wo Ihre Wohnung steht? Die Bewertung ist kostenlos, schriftlich und ohne Verpflichtung.
Kostenlose Bewertung anfragenErstens: das Gespräch. Bevor ich rechne, will ich wissen, warum Sie verkaufen – Pension, Erbschaft, Vergrößerung. Der Anlass bestimmt die Strategie mit, und manchmal ist die ehrlichste Empfehlung: noch nicht verkaufen.
Zweitens: die Besichtigung. Ich sehe mir Wohnung und Haus an – Substanz, Rücklage, Protokolle der Eigentümerversammlung. Was dort steht, erzählt oft mehr als jeder Grundriss.
Drittens: die Analyse. Vergleichswerte aus echten Kaufverträgen, Lage- und Zustandsfaktoren, rechtliche Prüfung. Fehlende Unterlagen besorge ich dabei gleich mit – Sie müssen dafür kein einziges Amt von innen sehen.
Viertens: das Ergebnis. Schriftlich, verständlich erklärt, mit klarer Empfehlung: verkaufen, warten oder vorher gezielt optimieren. Sie behalten das Dokument – auch wenn Sie sich gegen mich entscheiden. Bewertung ist Handwerk, kein Köder.
Hier schließt sich der Kreis: Der ermittelte Wert gibt Ihnen Sicherheit nach unten – Sie wissen, was Ihre Wohnung mindestens trägt, und verkaufen nie aus Unsicherheit zu billig. Nach oben aber entscheidet die Nachfrage. Meine Aufgabe ist, diese Nachfrage zu erzeugen und am Verhandlungstisch zu bündeln – stringent verhandelt, bis zum bestmöglichen Preis.
Es geht dabei nicht darum, dem Käufer den letzten Cent herauszuquetschen – ein guter Abschluss ist einer, den beide Seiten unterschreiben, ohne nachts wach zu liegen. Aber zwischen „passt schon" und „bestmöglich" liegen in Wien erfahrungsgemäß einige Prozent. Und die gehören Ihnen.
Bei mir ist sie im Rahmen des Erstgesprächs kostenlos und unverbindlich. Ein gerichtlich beeidetes Vollgutachten (etwa für Verlassenschaftsverfahren) kostet je nach Objekt mehrere hundert bis über tausend Euro – für den Verkauf brauchen Sie es meist nicht.
Sie rechnen mit Angebotspreisen und Durchschnitten – Schwankungsbreite oft ±20 %. Als erste Orientierung in Ordnung, als Verkaufsgrundlage zu ungenau. Details im Vergleich auf der Bewertungsseite →
Nein – er ist die verlässliche Untergrenze und Verhandlungsbasis. Der Verkaufspreis entsteht am Markt und liegt bei guter Vermarktung regelmäßig darüber.
Hilfreich: Grundbuchauszug, Plan, Energieausweis, bei Eigentumswohnungen das Nutzwertgutachten. Fehlt etwas, besorge ich es. Mehr in der FAQ →
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