Ich verdiene mein Geld damit, dass Menschen nicht privat verkaufen – Befangenheit hiermit offengelegt. Aber die folgenden 13 Fehler habe ich nicht erfunden, sondern eingesammelt: bei Wohnungen, die ich nach gescheiterten Privatversuchen übernommen habe. Jeder einzelne hat echte Wiener Verkäufer echtes Geld gekostet. Wer privat verkaufen will: bitte, gern – aber ohne diese 13.
1. Wunschpreis „zum Probieren" · 2. Handyfotos · 3. Besichtigung für jeden, der anruft · 4. Anbot ohne Finanzierungsnachweis annehmen · 5. Unterlagen erst beim Vertrag suchen · 6. Beim Plaudern die Verhandlungsposition verraten · 7. Ohne Plan B verhandeln · 8. Mängel verschweigen · 9. Anleger und Eigennutzer gleich ansprechen · 10. Mündliche Zusagen statt Schriftliches · 11. Kein Video oder Rundgang · 12. Steuerfrist zu spät bedacht · 13. Übergabe nicht vorbereitet. Der teuerste bleibt Nummer 1 – er kostet regelmäßig mehr als jede Provision.
„Runtergehen kann ich immer noch." Können Sie – aber dann sieht es jeder: Preissenkungen stehen in der Inserats-Historie wie Narben. Die ersten Wochen bringen die meiste Aufmerksamkeit; wer sie mit einem Fantasiepreis verbrennt, verhandelt drei Monate später aus der Defensive und landet oft unter Markt. Die ganze Mechanik →
Das Inserat konkurriert auf derselben Bildschirmseite mit professionell fotografierten Wohnungen. Schlechte Fotos heißen weniger Klicks, weniger Anfragen, weniger Nachfrage – und Nachfrage ist das Einzige, was Preise trägt. Wie der erste Eindruck verkauft →
Zwanzig Termine, davon fünfzehn Nachbarschafts-Tourismus, drei „nur schauen", einer ohne Budget – und einer echt. Ohne Vorqualifizierung am Telefon verschenken Sie Wochenenden und signalisieren nebenbei: Hier hat's niemand eilig. Weniger, bessere Termine wirken begehrlicher und verkaufen schneller.
Das höchste Anbot gewinnt? Nur, wenn die Bank mitspielt. Platzt die Finanzierung nach sechs Wochen, sind die anderen Interessenten längst weg und das Inserat ist „verbrannt". Vor der Annahme gehört die Bonität belegt – Finanzierungszusage, nicht Ehrenwort.
Fehlender Energieausweis, verschollenes Nutzwertgutachten, keine Protokolle – jede Lücke kostet beim Vertrag Wochen, und wartende Käufer werden nervös oder billiger. Die Unterlagen gehören komplett, bevor das Inserat online geht. Die Checkliste →
„Wir haben schon was Neues gekauft, im September übersiedeln wir." Ein netter Small-Talk-Satz – und der Käufer weiß jetzt: Zeitdruck. Ab da verhandelt er anders. Bei Besichtigungen gilt: freundlich sein, Fragen zur Wohnung beantworten, zur eigenen Lebenslage schweigen. Der Wiener plaudert gern – hier kostet's bares Geld.
Wer nur einen Interessenten hat, verhandelt nicht – er bittet. Die stärkste Verhandlungsposition ist gebündelte Nachfrage: mehrere qualifizierte Interessenten im selben Zeitfenster. Das ist kein Glück, sondern Handwerk – Preisstrategie, Vermarktung und Terminführung müssen darauf angelegt sein.
Der feuchte Keller, der schon zweimal Thema war – nicht erwähnt, weil „vielleicht fällt's ja nicht auf". Fällt es doch auf (und es fällt fast immer auf), drohen Gewährleistung und Schadenersatz nach der Übergabe. Was Sie offenlegen müssen →
Ein Anleger will Rendite, Nettomiete und Rücklagenstand sehen – ein Eigennutzer will sich vorstellen, dort zu wohnen. Wer beiden dasselbe Exposé mit denselben drei Sätzen schickt, überzeugt keinen richtig. Wissen, wer wahrscheinlich kauft, und das Exposé entsprechend zuschneiden, bringt spürbar mehr Anfragen.
„Die Einbauküche ist natürlich dabei" – am Telefon zugesagt, im Anbot nicht erwähnt. Kommt es später zum Streit, zählt nur, was schriftlich festgehalten wurde. Jede Zusage, jede Nebenabrede gehört sofort schriftlich bestätigt – sonst wird aus Kulanz später ein Rechtsstreit.
Auswärtige oder stark eingespannte Interessenten sortieren Wohnungen ohne Video oder 3D-Rundgang oft schon vor der Anfrage aus – sie wollen sich die erste Besichtigung ersparen, wenn die Wohnung offensichtlich nicht passt. Wer darauf verzichtet, verkleinert seinen Interessentenkreis, ohne es zu merken.
Erst nach der Vertragsunterschrift zum Steuerberater – dann ist es für manche Gestaltungsmöglichkeit schon zu spät. Ob Hauptwohnsitzbefreiung greift oder nicht, sollte vor dem Inserat klar sein, nicht danach. Wann Sie zahlen – und wann nicht →
Zählerstände nicht abgelesen, Schlüssel unvollständig, kein Übergabeprotokoll – nach dem Vertrag lässt die Sorgfalt oft nach, dabei entstehen genau hier die letzten Streitpunkte. Eine kurze, schriftlich dokumentierte Übergabe erspart beiden Seiten Ärger im Nachhinein.
Ob privat oder mit Makler – rechnen Sie es einmal ehrlich durch. Was die „gesparte" Provision tatsächlich kostet, habe ich hier ohne Schönfärberei aufgeschrieben: Privat oder Makler? →
Kostenlose Bewertung anfragenDer zu hohe Startpreis „zum Probieren" – er verbrennt die wertvollste Phase des Inserats und endet oft unter dem realistisch erzielbaren Wert.
Ein geplatzter Kauf kostet Monate und verbrennt das Inserat – die Bonität gehört vor der Annahme belegt.
Mit einem schlechten ja. Ein guter verhindert sie systematisch – das ist im Kern sein Job.
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