Vorweg, weil es sonst niemand sagt: Ja, Sie können Ihre Wohnung privat verkaufen. Es ist legal, es ist machbar, und manche schaffen es gut. Die Frage ist nicht ob, sondern was es kostet – an Geld, Zeit und Risiko. Hier die Rechnung, ohne Schönfärberei in beide Richtungen.
Der Privatverkauf spart die Provision (max. 3 % + USt), endet aber erfahrungsgemäß 5–10 % unter dem professionell erzielbaren Preis – Käufer preisen die „gesparte" Provision selbst ein und verhandeln bei Privaten härter. Dazu kommen 60–100 Stunden Eigenaufwand und das Rechtsrisiko. Ein Makler rechnet sich genau dann, wenn sein Mehrerlös die Provision übersteigt – das sollten Sie ihn vorab beweisen lassen.
Die Rechnung des Privatverkäufers: 600.000 € Verkaufspreis, 21.600 € Provision gespart. Die Rechnung des Käufers: „Privat, ohne Makler? Dann ist ja Luft drin." Die Provision, die Sie sparen wollen, zieht Ihnen der Käufer am Verhandlungstisch wieder ab – plus Sicherheitsabschlag, weil er weiß, dass ihm kein Profi gegenübersitzt.
Dazu kommt die fehlende Preisstrategie: Privatinserate starten meist zu hoch (Eigentümerliebe ist ein schlechter Gutachter), „verbrennen" am Markt und enden nach Monaten unter Wert. Erfahrungsgemäß liegt der Privatverkauf 5–10 % unter dem professionellen Ergebnis – bei 600.000 € sind das 30.000–60.000 €. Gegen 21.600 € Provision.
Warum der Startpreis so entscheidend ist, steht hier im Detail: Der Angebotspreis-Artikel →
Was im Prospekt „einfach selbst inserieren" heißt, sieht in der Praxis so aus: Marktwert recherchieren, Unterlagen zusammensuchen (Grundbuch, Energieausweis, Nutzwertgutachten – die Liste ist länger, als man denkt), Fotos, Inseratstexte, Portalgebühren. Dann: jede Anfrage selbst beantworten – auch die um 21:40 Uhr, auch die vom „Investor", der nur Ihre Nummer sammeln will.
Besichtigungen an Abenden und Wochenenden, Nachfassen, Verhandeln, Vertragskoordination. Realistisch: 60–100 Stunden über mehrere Monate. Wer seinen eigenen Stundensatz kennt, kann diese Zahl direkt in die Rechnung aufnehmen. Wer dabei berufstätig ist, merkt schnell: Der Verkauf hat keine Öffnungszeiten – Käufer schon.
Unschlüssig? Im Erstgespräch rechnen wir beide Wege für Ihre Wohnung durch – und wenn Privatverkauf für Sie passt, sage ich Ihnen auch das.
Kostenloses Erstgespräch vereinbarenEhrlichkeit muss sein: Wenn der Käufer schon feststeht – das Kind, die Nachbarin, der langjährige Mieter – und der Preis für beide Seiten außer Streit steht, brauchen Sie keinen Makler für die Vermarktung. Dann genügt ein guter Vertragserrichter, und für die neutrale Preisbasis reicht eine fundierte Bewertung → So ein Gespräch hatte ich oft – und manchmal endet es genau mit dieser Empfehlung. Es kostet Sie nichts außer einer Stunde, und mich einen Auftrag. Beides verschmerzbar.
Stellen Sie jedem Makler drei Fragen: Wie begründen Sie Ihren Preis? (Richtige Antwort: mit echten Vergleichsabschlüssen, schriftlich.) Was tun Sie konkret für die Vermarktung? (Richtige Antwort: mehr als „inserieren".) Wie verhandeln Sie? (Richtige Antwort: gebündelte Nachfrage, stringent, zum bestmöglichen Preis – nicht „schauen wir mal".) Wer diese Fragen nicht präzise beantwortet, verdient seine Provision nicht. Wer sie beantwortet, verdient sie mehrfach – meine Antworten stehen hier →
Die Provision – aber Privatverkäufe enden erfahrungsgemäß 5–10 % unter dem professionellen Ergebnis. Netto ist die „Ersparnis" meist ein Verlust.
Käufer preisen die gesparte Provision selbst ein und verhandeln härter; dazu fehlen Preisstrategie, Aufbereitung und Verhandlungsroutine.
Realistisch 60–100 Stunden über mehrere Monate – Anfragen, Besichtigungen, Verhandlung, Abwicklung.
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